Geschichte

Buddhistische Zeugnisse finden sich vor allem in Maharashtra, Sanchi, Mathura, Bhubaneswar (Orissa) und Bodhgaya. Durch die Gegenbewegung der Brahmanen im 8. und 9. Jh. wurde der Buddhismus fast ganz aus Indien verdrängt. Begründer des Buddhismus ist der nordindische Prinz Siddharta Gautama, ein Angehöriger der hinduistischen Kshatriyakaste (Kriegerkaste). Er wurde 560 v.Chr. in Lumbini im heutigen Nepal geboren. Er lebte ein ihm standesgemäßes Leben in Luxus, heiratete eine Prinzessin und hatte mit ihr zusammen einen Sohn. Im Alter von 29 Jahren geschah mit ihm eine Verwandlung. Bei seinen Ausfahrten traf er auf einen hilflosen Greis, einen Schwerkranken, einen Leichnam und einen Asketen. Er erkannte die Vergänglichkeit irdischen Lebens und beschloß, als Asket in die Welt zu ziehen. Nach sieben Jahren der Selbstkasteiung und des Fastens erkannte er, dass auch dieser Weg nicht zum Ziel führt. Allein unter einem Bodhi-Baum im Wald bei Bodhgaya sitzend, erlangte er die Erleuchtung, eine Erfahrung, die alle Worte übertrifft. Die Legende berichtet, dass Brahma, der Herrscher des Weltalls, Buddha (d.h. 'Der Erleuchtete') erstanflehen musste, seine Lehre der Welt zu offenbaren. Die Vier Edlen Wahrheiten sind der Kern seiner Lehre, das Dharma.
- Die erste Wahrheit: Alles Leben ist leidvoll.
- Die zweite Wahrheit: Die Ursache des Leidens ist unwissendes Begehren.
- Die dritte Wahrheit: Die Überwindung des Leidens kann erlangt werden.
Die vierte Wahrheit gibt den Weg dazu an: Der Weg besteht im Edlen Achtfachen Pfad: Rechte Anschauung, Rechte Gesinnung, Rechtes Reden, Rechtes Handeln, Rechte Lebensführung, Rechtes Streben, Rechtes Aufmerken und Rechte Versenkung.



Dieser Weg wird als der Mittlere Pfad bezeichnet, da er sowohl das Asketentum als auch das rücksichtslose Ausleben weltlicher Wünsche ablehnt. Buddha wandte sich mit dieser Lehre an alle Menschen ohne Ansehen ihrer Kaste, eine revolutionäre Ansicht in einem Land, das ganz vom gottgewollten Kastenwesen ausging (siehe Kastensystem). Im Deer Park von Sarnath bei Varanasi teilte er mit der 'Rede von Benares' seine Lehre zum ersten Mal mit und zog dann predigend durch die östliche Gangesebene, wo sich auch bald Schüler um ihn sammelten, für die er einen Mönchsorden, den Sangha, gründete.
Der Buddhismus kennt keinen Gott und auch kein Selbst. Das Ego ist nur eine Last.

 

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